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Blütenkombis in Weiß-Blau

ROTTENBURG, 02.10.2015 - Ob als Meeresbrise oder als Inbegriff weiß-blauer Gemütlichkeit, Weiß und Blau stehen romantischen wie modernen Gärten gleichermaßen gut zu Gesicht.

Lichtspiele: Der blauviolette Steppen-Salbei 'Negrito' (Salvia nemorosa) und die reinweiße Katzenminze 'Schneehäschen' (Nepeta nervosa) sind ein entzückendes Paar für sonnige Plätze. | Foto: Christiane Bach

Lichtspiele: Der blauviolette
Steppen-Salbei 'Negrito'
(Salvia nemorosa) und die
reinweiße Katzenminze
'Schneehäschen' (Nepeta nervosa)
sind ein entzückendes Paar
für sonnige Plätze.
| Foto: Christiane Bach

 

Wogen weißen und hellblauen Wald-Phloxes (Phlox divaricata, z.B. 'White Perfume' und 'Clouds of Perfume') branden an die Beetumrandung, weiße Schaumkrönchen aus Schleierkraut (Gypsophila) tanzen zwischen Wellenbergen aus ozeanblauem Steppen-Salbei (Salvia nemorosa, z.B. 'Blauhügel'), während hier und da Inseln aus Lampenputzergras (Pennisetum) Ruhe ins aufgewühlte Blütenmeer bringen. „Weiß-blaue Blütenkombinationen sind bei vielen Gärtnern beliebt, vor allem im Sommer, wenn es richtig heiß ist. Dann kann der Anblick der kühlen Farben sehr erfrischend wirken“, sagt Arno Panitz von der Gärtnerei Stauden Panitz im bayerischen Rottenburg.
Man könnte meinen, als waschechter Bayer dächte der Pflanzenexperte beim Stichwort Weiß-Blau als erstes an die Farben der bayerischen Landesflagge, an Enzian und Edelweiß oder an die Deko zum nicht mehr allzu weit entfernten Oktoberfest. Doch natürlich ist es genau umgekehrt: „In Bayern denkt man dabei eher ans Meer – dafür verschicke ich Enzian haufenweise nach Norddeutschland“, erklärt Panitz mit einem verschmitzten Lächeln. „Die ganze Palette an Blautönen sowie einige weiße Sorten finden Sie natürlich beim Rittersporn. Die Sorte 'Jubelruf' ist für mich der Inbegriff von Blau und passt hervorragend zur weißen Dolden-Glockenblume (Campanula lactiflora, z.B. 'Alba'). Diese beiden Arten ergänzen sich auch sehr gut durch ihre unterschiedlichen Blütenformen.“
Weitere Beispiele für harmonische Arrangements sind die hellblauen Blüten des Blausternbuschs (Amsonia tabernaemontana) in Gemeinschaft mit den grazilen Blüten des Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria, z.B. 'Plena') oder die straff aufrechten Blütenähren des Virginischen Ehrenpreises (Veronicastrum virginicum, z.B. 'Diana') zusammen mit den rundlichen Blüten der Kaukasischen Skabiose (Scabiosa caucasica, z.B. 'Clive Greaves'). „Schön finde ich auch Frühlingsduos wie blaue Sibirische Iris (Iris sibirica) mit der weißen Sorte des Tränenden Herzens (Dicentra spectabilis 'Alba'). Im Halbschatten liebe ich die Kombination aus Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera) und dem eleganten Salomonssiegel (Polygonatum), aber auch das wenig bekannte Ahornblatt (Aceriphyllum rossi) würde gut dazu passen“, stellt Arno Panitz fest. Als Allrounder rät der Staudengärtnermeister zu Storchschnabel (Geranium), von dem sich für nahezu jeden Standort Exemplar in Weiß und Blau oder Violett finden ließen. „Blau und Weiß sind übrigens mit nahezu allen Farben recht gut verträglich, mit Ausnahme vielleicht von grellem Rot. Im Herbst kann man beispielsweise blauem Herbst-Eisenhut (Aconitum) Sonnenhut (Rudbeckia) in warmen Gelb-, Rot- und Bronzetönen zur Seite stellen.“

Schwertlilien (Iris) und Narzissen zusammen mit der hellblauen Prärielilie (Camassia cusickii)

Tanz in den Mai: Während Schwertlilien (Iris) und Narzissen mit klaren Farben um Aufmerksamkeit buhlen, übt sich die hellblaue Prärielilie (Camassia cusickii) in vornehmer Zurückhaltung. | Foto: Bettina Banse