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bi-Vergleichstest: Akku- gegen Benzinstampfer

MÜNCHEN, 22.09.2015 - bi-GaLaBau und LWG ließen einen neuen Akku- gegen einen vergleichbaren Benzinstampfer auf dem Versuchsgelände von Wacker Neuson in München antreten. Das Ergebnis: Bei der Leistung liegen beide gleichauf.

Landschaftsgärtner Axel Taeger führt den Dauertest mit dem Akkustampfer durch.

Landschaftsgärtner Axel Taeger führt den Dauertest mit dem Akkustampfer durch. Im Hintergrund der BS-50-2. | Foto: Nikolai Kendzia

Von Niokolai Kendzia, Axel Taeger und Erwin Bauer

Mitarbeiter der LWG nutzten zusammen mit der bi GaLaBau die Gelegenheit, den neuen Akkustampfer AS-50 von Wacker Neuson auf dem firmeneigenen Testgelände in München zu testen. Es sollten die Leistungsfähigkeit, Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit des Benzinstampfers BS-50-2 mit dem Akkustampfer AS-50 verglichen werden.
Vibrationsstampfer werden im Landschaftsbau für Gräben und kleine - oftmals verwinkelte und eingeengte - Flächen, z.B. für Fundamente, Leitungen und Tragschichten eingesetzt. Somit ist das zentrale Kriterium die Verdichtungsleistung des Akkustampfers. Deshalb wurden aus der Produktpalette der mit Benzin-Öl-Gemisch betriebene Stampfer BS-50-2 und der AS-50 ausgesucht, die eine nahezu identische Verdichtungsleistung haben sollen.

Bahnenweise wurde die Versuchsfläche abwechselnd mit Akku- und Benzinstampfer verdichtet

Bahnenweise wurde die Versuchsfläche abwechselnd mit Akku- und Benzinstampfer verdichtet. | Fotos: Erwin Bauer

Das Schnelladegerät C 48/13 lädt den Akku BP 600 nachweislich in einer Stunde.

Das Schnelladegerät C 48/13 lädt den
Akku BP 600 nachweislich in einer
Stunde.

Dauerbetrieb

Zu Beginn des Praxistests wurden die zwei Geräte gewogen. Inklusive Akku wiegt der AS 50 mit 73,5 kg mehr als der BS 50-2 vollgetankt mit 59,5 kg.
Im Dauertest kommt der Akkustampfer auf rund 18 Minuten Betriebszeit mit einer vollen Akkuladung. Dies mag zunächst als sehr kurz erscheinen, jedoch – Hand aufs Herz – wann wird auf einer Baustelle des Garten- und Landschaftsbaus diese Zeit am Stück gestampft? Da es nur eine Stunde braucht, einen leeren Akku mit dem Schnellladegerät komplett zu laden, ist aus unserer Sicht ein praxisgerechter Betrieb mit einem zweiten Wechsel-Akku gewährleistet.
Der Lithium-Eisenphosphat-Akku (BP 600) macht mit seiner einfachen Energie- und Warnanzeige, seinem stabilem Tragegriff und der Ein-Aus-Taste einen sehr robusten Eindruck. Seine hohe Temperaturbeständigkeit und hohe Lebensdauer, bei der nach 1.500 Ladezyklen noch 80 Prozent der Kapazität zu Verfügung stehen sollen, könnten den harten Baustellen- und Transportbedingungen trotzen. Hier muss der Einsatz in Betrieben des Landschaftsbaus allerdings noch erprobt werden. Der Akku hat eine speicherbare Strommenge von 614 Wattstunden (Wh) und zieht mit dem Schnellladegerät bei einem vollständigen Ladezyklus von einer Stunde ca. 800 Wh bei 220 Volt.

Dank Parallelfederung ist der gesamte Griffbereich schwingungsentkoppelt.

Dank Parallelfederung ist der gesamte Griffbereich schwingungsentkoppelt.

 

Umwelt- und gesundheitsschonend

Der subjektive Eindruck bestätigte sich, dass auch ein Akkustampfer nicht leiser als ein motorbetriebenes Gerät ist. Die mechanischen Geräusche und Verdichtungsschläge übertönen die Motorgeräusche. Auch ein Elektrostampfer erfordert das Tragen eines Gehörschutzes. Mit einer Smartphone-App wurden die Laborwerte für Lärmeinwirkung auf den Bediener annähernd überprüft. Die Applikation zeigte am Ohr des Bedieners einen Maximalwert von 96 dB(A) für den Benzinstampfer und 95 dB(A) für den Akkustampfer an - Werte, die aber nicht auf die Antriebsart zurückzuführen sind.
Für Erstaunen bei den Testpersonen sorgte die neue parallelgeführte Schwingungsdämpfung des Handgriffes. Der Griff dreht sich nicht um einen Ankerpunkt vorne am Stampfer, sondern ist quasi vollständig von der Auf- und Abbewegung entkoppelt. Dies führt dazu, dass der Bediener den Stampfer gleichzeitig am vorderen und hinteren Teil des Handgriffes fassen und in beliebige Richtung drehen kann – ohne dass das Handgelenk wie beim Benzinmodell bittere Schläge abbekommt.
Den wohl entscheidenden Pluspunkt kann der Akkustampfer AS-50 gegenüber Geräten mit Verbrennungsmotoren vorweisen: Null-Emissionen am Gerät. Die Berufsgenossenschaften haben mittlerweile strenge Grenzwerte für Schadstoffe in Gräben erlassen, um Arbeitskräfte vor Gesundheitsschäden zu schützen. Deshalb fördert die Bau BG den neuen Akkustampfer, wie auch andere abgasreduzierte Verdichtungsgeräte, mit bis zu 50% des Anschaffungspreises, maximal 500 Euro.

Überprüfung der Verdichtungsleistung mit einem leichten Fallgewichtsgerät.

Überprüfung der Verdichtungsleistung mit einem leichten Fallgewichtsgerät. | Foto: N. Kendzia

Verdichtungsleistung

Die Verdichtungsleistung ist unter anderem vom Gewicht des Stampfers, der Hubhöhe und der Schlagfrequenz abhängig. Auf einem Münchner Schotter-Kies-Gemisch, das bereits locker im Versuchszelt eingebaut war, wurde die Verdichtungsleistung mit einem leichten Fallgewichtsgerät gemessen (Dynamisches Verformungsmodul Evd in [MN/m²]). Da die zu verdichtende Fläche nicht einheitlich war, wurden zunächst vier Bahnen festgelegt, die abwechselnd mit den zwei Stampfer-Typen in jeweils fünf Übergängen verdichtet wurden. Erste Messergebnisse kristallisierten einen gut und schlecht verdichtbaren Bereich heraus. Deshalb wurde die Versuchsanordnung auf sechs Bahnen erweitert, damit sowohl der BS-50 als auch der AS-50 im „guten“ und „schlechten“ Bereich gefahren werden konnten. Auf allen Bahnen blieb der Bediener, Landschaftsgärtner Axel Taeger vom Versuchsbetrieb der LWG, immer derselbe, um Unterschiede durch die Handhabung auszuschließen. Anschließend wurde mit dem Fallgewichtsgerät Zorn ZFG 2000 bei fünf Messpunkten pro Bahn das sogenannte Verformungsmodul bestimmt. Beide Geräte erreichen hervorragende Verdichtungswerte und es lässt sich kein signifikanter Unterschied in der Verdichtungsleistung erkennen.

Zusammenfassung

Die Versuchsansteller, Dipl.-Ing. Nikolai Kendzia, Landschaftsgärtner Axel Taeger (beide LWG) und Chefredakteur Erwin Bauer (bi GaLaBau) konnten sich von der Praxisreife des Akkustampfers AS-50 überzeugen. Der parallelgefederte Handgriff ist eine echte Innovation und trägt durch die verringerten Hand-Arm-Vibrationen wesentlich zur Arbeitssicherheit bei. Zwischen Akku- und Verbrennungsstampfer gibt es keine Unterschiede in der Verdichtungsleistung. Der Akkustampfer besitzt ein höheres Gewicht, punktet aber mit völlig emissionsfreier Arbeitsweise, extrem leichter Handhabung und seinem fast wartungsfreien Betrieb.
Leider kann der Akkustampfer im direkten Kostenvergleich mit dem Benzinstampfer nicht mithalten und teilt somit vordergründig das Schicksal vieler umweltfreundlicher Produkte (Zisternen, Elektroautos, Stoffeinkaufstaschen). Wenn man aber bedenkt, dass die Gesundheit für Mensch und Umwelt nicht in Geldeinheiten auszudrücken ist und sich die kalkulierten Kosten einmal näher ansieht, kommt man schnell zu einer völlig anderen Einschätzung.

Vergleich zwischen Akku- und Benzinstampfer, beide von Wacker Neuson

BG Bau gewährt Arbeitsschutzprämien

Interessant in diesem Zusammenhang ist der Hinweis der Berufsgenossenschaft Bau zu den Einsatzgrenzen benzinbetriebener Stampfer in den aktuellen „Anforderungen und Hinweise für Arbeitsschutzprämien Rüttelplatten und Stampfer mit Motoren mit verbesserten Emissionswerten“. Der Imagegewinn für einen nachhaltig wirtschaftenden Garten- und Landschaftsbau Betrieb beispielsweise ist nicht von der Hand zu weisen. Sicherlich werbewirksam ist das Motto „Wir arbeiten emissionsfrei!“ Beim Stampfen in tiefen, engen Gräben könnte das sogar lebenswichtig sein!