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Trinkwasser-Zulassung für RS BlueLine-Verfahren

Ende des vergangenen Jahres hat die RS Technik AG die Trinkwasserzulassung für das RS BlueLine-Verfahren erhalten. Das Schlauchlinersystem ist für die Sanierung von Druckleitungen entwickelt worden.

Einbau des RS BlueLine-Systems mit der
Drucktrommel. | Foto: D&S Rohrsanierung

Der Schlauchliner für Druckrohrsysteme erfüllt die Bestimmungen des DVGW Arbeitsblattes W270 sowie der „Leitlinie des Umweltbundesamtes zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser“ (KTW-Leitlinie) und eignet sich für die Anwendung im Trinkwasserbereich ebenso wie für industrielle Anwendungen oder einen Einsatz im Abwasserdruckrohrbereich.

Beim RS BlueLine-Verfahren wird ein flexibler Schlauchträger mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz imprägniert, in die zu sanierende Leitung eingebracht und anschließend durch Wärmezufuhr zu einem neuen Rohr ausgehärtet. Das Verfahren hat nicht nur Einsparpotentiale in punkto Kosten und Zeit. Aufgrund der Materialeigenschaften des verwendeten Epoxidharzes finden auch umweltschutztechnische Gesichtspunkte Berücksichtigung. Es wurde von einem Kooperationspartner der RS Technik AG, dem amerikanischen Chemiekonzern DOW Chemical (DOW), speziell für Schlauchliner-Verfahren entwickelt. Das Epoxidharz ist Styrol-frei und es kommt bei der Anwendung zu keinen Geruchsbelästigungen. Von dem leistungsstarken Paket aus modernster Sanierungstechnik und hochwertigen Harzsystemen profitieren Netzbetreiber und Auftraggeber in Form von technisch ausgereiften, langlebigen und wirtschaftlichen Sanierungsergebnissen.

Zwei Ausführungen

Bei der Sanierung von Druckleitungen werden andere Anforderungen an die Technik und an das Material gestellt als im Freispiegelbereich. Aufgrund der vorliegenden Innendruckbelastung erfolgt die Bemessung der Schlauchliner auf unterschiedlichen Grundlagen. Laut Aussage von Lutz Kaiser, Managing Director RS Technik Aqua GmbH, wird für das RS BlueLine-Verfahren die amerikanische Norm AWWA (American Water Works Association) M28 „Rehabilitation of Water Mains“ herangezogen. „Je nach Zustand der Rohrleitung unterscheidet man Liner der Klasse 2 (verklebt), Klasse 3 (mittragend) und Klasse 4 (voll tragfähig)“, so Kaiser, der darauf hinweist, das die RS Technik mit dem RS BlueLine-Verfahren ein Druckleitungssanierungssystem entwickelt hat, das alle drei Klassen gleichermaßen abdeckt. Gleichzeitig hebt er hervor, dass die Liner der Klasse 4 einer grabenlosen Erneuerung entsprechen.
Beim RS BlueLine-Verfahren wird ein flexibler Schlauchträger mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz imprägniert, in die zu sanierende Leitung eingebracht und anschließend durch Wärmezufuhr mit Warmwasser oder Dampf zu einem neuen Rohr ausgehärtet. Dabei stehen zwei verschiedene Liner-Typen zur Verfügung: Beim so genannten BlueLiner Inversion erfolgt die Inversion mittels hydrostatischer Wassersäule oder mit Druckluft; der BlueLiner Pull-In wird mit einer Winde eingezogen und anschließend durch die Inversion eines Kalibrierschlauches aufgestellt. Die Wandstärke der Liner beträgt je nach statischen Anforderungen 5 bis 21 mm. Der maximale Arbeitsdruck liegt bei bis zu 10 bar und für Dimensionen kleiner gleich DN 300 bei bis zu 16 bar.

Hochwertige Komponenten

Die Dosierung und luftfreie Mischung der Epoxidharzkomponenten sowie die Imprägnierung des Liners erfolgen direkt vor Ort in einer mobilen Misch- und Tränkanlage. Dabei wird der Liner unter Vakuum gesetzt, gleichmäßig mit dem Harzsystem getränkt und kalibriert. Hierbei kommt ein Epoxidharz zum Einsatz, das über eine Vielzahl von Vorzügen verfügt. Von besonderer Bedeutung für den Sanierungsmarkt ist zum Beispiel die sehr gute chemische Beständigkeit. So werden Epoxid-basierte Schlauchliningsysteme auch bei der Sanierung von Industriekanälen und bei Kanälen mit chemisch stark belasteten Abwässern verwendet. Epoxidharze besitzen einen sehr geringen chemischen Schrumpf und sind damit außerordentlich maßgenau. Die hohe Haftfestigkeit auf fast allen Werkstoffen führt zu einem Verbund mit dem Untergrund und dem eingesetzten Trägermaterial. Auch in Bezug auf die Härtungsreaktion sind Epoxidharze von Vorteil. Sie besitzen eine hohe Anfangsfestigkeit und können zudem nachhärten. Das hat sich auch bei den vielfältigen Einfluss- oder Störfaktoren in der Sanierungspraxis außerordentlich bewährt. „Bei ungenügenden Festigkeiten durch unvollständig ausgehärtete Systeme kann durch eine erneute Erwärmung eine vollständige Aushärtung auch noch nachträglich erreicht werden“, erklärt Lutz Kaiser.
Direkt im Anschluss kann der Liner in das Altrohr inversiert bzw. eingezogen und mittels Wärmezufuhr ausgehärtet werden. Nach Abkühlung des Liners wird dieser am Start- und Zielpunkt aufgeschnitten und an die Altrohrleitung angebunden. Die Verbindungstechnik ist je nach Anforderungen des Netzbetreibers und dem Medium unterschiedlich. Für Leitungsdimensionen = DN 300 kommt häufig eine so genannte Mulit/Joint- Verbindungstechnik zum Einsatz, die für Druckstufen bis 16 bar verwendet werden kann. Bei größeren Dimensionen finden Abdichtmanschetten auf EPDM-Basis Anwendung, die entweder im Altrohr installiert oder in einem vorgefertigten neuen Flansch gesetzt werden und damit eine Altrohr unabhängig Lösung bieten. Hausanschlüsse sind manuell von außen zu installieren zum Beispiel mit einer HAWLE-Anbohrschelle.

Ein Plus für Auftraggeber und Anwender


„Die Tatsache, dass das RS BlueLine-Verfahren die Bestimmungen des DVGW Arbeitsblattes W270 „Vermehrung von Mikroorganismen auf Werkstoffen für den Trinkwasserbereich - Prüfung und Bewertung“ und der „Leitlinie des Umweltbundesamtes zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser“ (KTW-Leitlinie) erfüllt, bedeutet für Auftraggeber und Anwender ein zusätzliches Plus an Sicherheit“, erklärt Dr.-Ing. Susanne Leddig-Bahls, Qualitätsbeauftragte der IQS Engineering AG. Der Markt erwartet immer leistungsfähigere und für die verschiedenen Einsatzbereiche optimierte Produkte. Dementsprechend wird bei der RS Technik AG die bestehende Produktpalette praxisnah weiterentwickelt sowie neue, innovative Systeme und Verfahren im Markt eingeführt. Die mobilen Misch- und Tränkanlagen der RS Technik AG ermöglichen einen flexiblen Einsatz der Epoxid-Schlauchliningsysteme. Entscheidungen über die Einbaureihenfolge können kurzfristig getroffen oder geändert werden, ohne den Erfolg der Sanierungsarbeiten zu gefährden. Etwa bei widrigen Wetterverhältnissen oder bei Verzögerungen im Bauablauf, zum Beispiel durch Reinigung, Abwasserumleitung oder Verkehrssicherungsmaßnahmen.
Das RS BlueLine-System hat die ersten Bewährungsproben bei der Druckrohrsanierung bis zu einem Nennweitenbereich von DN 1000 mit Bravour bestanden. So konnten in Italien, Spanien und Österreich Wasserdruckleitungen zur vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber saniert werden. Erste Baumaßnahmen in Deutschland sind im Frühjahr dieses Jahres geplant. Unter anderem kommt das Verfahren bei einer Trinkwasserleitungssanierung zum Einsatz, die die Diringer & Scheidel Rohrsanierung in Bergkamen ausführen wird.


> Dieser Artikel wurde in der bi-UmweltBau 1-2011 veröffentlicht.


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