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Schlau(ch)lining in Landau

Clevere Bauplanung der KMG Pipe Technologies GmbH reduzierte bei einem Kanalsanierungsprojekt in Landau die Kosten um 138.000 Euro.

Über den Inversionsturm wird der Liner mit 0,5 bar Wasserdruck formschlüssig im Kanal aufgestellt.

Der Einbau beginnt: Abnahme des
Schachtkonuses um den 105 Meter langen
Schlauchliner DN 1400 problemlos in das
zu sanierende Kreisprofil einziehen zu können.

Bekanntermaßen ist die Kanalsanierung durch Schlauchlining an und für sich schon eine intelligente Alternative zum Kanalneubau. Ein aktuelles Projekt der KMG Pipe Technologies GmbH in Landau/Pfalz zeigt, dass die Art und Weise, wie man ein Schlauchlining-Projekt  plant und durchführt, ein zusätzliches Nutzen-Potential frei setzen kann. Bei der Sanierung eines begehbaren Mischwasser-Transportsammlers im Stadtteil Queichheim konnte dank eines kreativen Sondervorschlages zur Bauabwicklung auf den Bau diverser Hausanschluss-Schächte verzichtet werden, was als Ersparnis von 138.000 Euro zu Buche schlug.
Die gesammelten Abwässer der Stadt Landau fließen auf dem letzten Weg zu Kläranlage in begehbaren Betonkanälen durch den dörflich strukturierten Vorort Queichheim. Der um die Jahrhundertwende gebaute Kanal hatte sich in den letzten Jahren aufgrund von Undichtigkeiten zu einem unabweisbaren Sanierungsfall entwickelt. Im Herbst 2010 sollten daher im Auftrage der Entsorgungs- und Wirtschaftbetrieb Landau AÖR und nach einem Konzept des Ingenieurbüros Rolf Walk aus Landau, 465 Meter Eiprofil 900/1350 und 105 Meter Beton-Kreisprofil DN 1400 per Schlauchlining saniert werden. In den engen Gassen Queichheims war eine offene Erneuerung keine wirklich ernst zu nehmende Option. Solch ein Projekt hätte den Anliegerverkehr für Monate zusammen brechen lassen und die unmittelbar angrenzende Wohnbebauung möglicherweise schwer beeinträchtigen können.  Die konsequent grabenlose Technik  des Schlauchlining war hier also praktisch alternativlos, zumal diese Lösung die hydraulische Kapazität des Sammlers weitest gehend erhielt.

Sondervorschlag führte zur Auftragsvergabe


Im Zuge der öffentlichen Ausschreibung des Projektes setzte sich die KMG Pipe Technologies GmbH mit dem Pull-Inliner (ehemals KM- Inliner) und einem Sondervorschlag gegen die Konkurrenz durch, die den Bauablauf in einem für das Projekt logistisch und wirtschaftlich hoch sensiblen Punkt modifizierte. Das Hauptangebot hatte vorgesehen, dass die in neun Haltungen sanierungsbedürftigen Kanäle in drei Einbauvorgängen abgearbeitet werden sollten. Eine entscheidende Frage war hier, wie in vielen ähnlich gelagerten Fällen in der Praxis, die sichere Aufrechterhaltung der Vorflut während der Bauzeit zu gewährleisten.
Während die Abwässer des Hauptkanals über eine oberirdisch installierte Vorflutleitung umgelenkt wurden, hatte der Auftraggeber für den Nahebereich die Vorgabe gemacht, dass die Abwässer der Anlieger während der Bauzeit durch den Neubau von Übergabe-Schächten gesichert werden sollte, wenn das angebotene Verfahren  die Außerbetriebnahme einer Grundstücksentwässerung von maximal 24 Stunden nicht gewährleistet. Der Auftraggeber hatte die Option dazu  gegeben, dass bei einer Einbauzeit von weniger als 24 h auf die Übergabeschächte verzichtet werden könnte. Die einzige Firma die diese Vorgabe unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfüllen konnte, war die Firma KMG Pipe Technologie mit dem Pull-Inliner  Schlauch.  Bei konventionell geplanten drei langen Schlauchliner-Einbauabschnitten wäre dieses Zeitlimit teils deutlich überschritten worden und der Neubau der Übergabe-Schächte an der Grundstücksgrenze,  aus denen das Abwasser dann hätte übergepumpt werden müssen, unumgänglich gewesen. Diese Schächte, die der Abwasserbetrieb hätte finanzieren müssen, schlugen bei dem Projekt mit 138.000 Euro zu Buche, oder besser: hätten zu Buche geschlagen, denn KMG Pipe Technologies entwickelte einen Sondervorschlag, mit dem letztlich auf die Schächte verzichtet werden konnte.

Das Verfahrensprinzip


Bei Anwendung des Pull–Inliner-Verfahrens wird ein mit thermoreaktivem UP-Harz getränkter Nadelfilz-Liner per zugkraftgeregelter  Winde in den zu sanierenden Kanalabschnitt eingezogen, und im zweiten Arbeitsgang durch Inversion eines Kalibrierschlauches, gleichfalls aus Harz getränktem Nadelfilz, formschlüssig im  Altrohr aufgestellt. Die Aushärtung  des Liners erfolgt durch die Warmwasserhärtung.

Die Lösung

Die „Denksport-Aufgabe“ im Falle Landau lautete also: Wie konnte man den Einbauvorgang zeitlich so modifizieren, dass man ohne Übergabeschächte unter der 24-Stunden-Vorgabe blieb. Die Lösung des „Rätsels“, die man bei KMG fand, war so einfach wie wirkungsvoll, sagte KMG NL-Leiter Sener Polat. Man erhöhte die Zahl der Installationen und verkürzte damit die Einbaulängen so, dass bei keinem Einbau die Verschlusszeiten der Hausanschlüsse länger als 24 Stunden dauerten. Dabei spielte eine entscheidende Rolle, dass während der ersten Einbauphase – dem Einziehen des Trägerschlauches – die Hausanschlüsse noch in Betrieb bleiben konnten: zumindest so lange, bis in der zweiten Phase der Kalibrierschlauch inversiert und das Linersystem auf voller Länge gleichmäßig von unten nach oben aufgestellt wurde. Erst in diesem Moment begann die 24-Stunden-Frist zu laufen.
Die Anschlüsse wurden unmittelbar nach Ende des Härtungsvorgangs wieder aufgefräst. Somit konnte der  vorgegebene Zeitrahmen von 24 Stunden eingehalten werden.  Der störungsfreie Betrieb wurde unmittelbar danach wieder aufgenommen. Mit diesem Timing gelang es dem KMG Bautrupp  in jedem Sanierungsabschnitt, das 24 Stunden-Limit einschließlich Heizvorgang konsequent einzuhalten.

Fazit

Das Ergebnis kann sich in jeder Hinsicht sehen lassen: Ein  Auftraggeber, der durch den Entfall der sonst erforderlich gewordenen Schächte 138.000 Euro zu Gunsten des Gebührenzahlers gespart hat; Anlieger, die im Vergleich zur offenen Bauweise  von der Sanierung Ihres Hauptkanals kaum etwas mit bekommen haben und schließlich ein für Landau unverzichtbarerer Abwasserkanal, dessen Umwelt- und Betriebssicherheit mit dem Schlau(ch)liner-Einbau der KMG Pipe Technologies für etliche weitere Jahrzehnte sicher gestellt wurde.


> Dieser Artikel wurde in der bi-UmweltBau 1-2011 veröffentlicht.

 

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