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Pilotprojekt:

Liner-Endmanschette im begehbaren Kanal

GEISINGEN, 26.03.2015 – Die Technik wurde erst vor einem Jahr der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Jetzt wurden erstmals Linerendmanschetten in großem Stil bei der Sanierung eines begehbaren Kanals eingebaut. Das Sanierungsgebiet liegt im nordhessischen Homberg (Efze).

 

Überstehendes Linerende im Schachtanschluss

Überstehendes Linerende im Schachtanschluss vor Montage der Quick-Lock BIG Edelstahlmanschette in Homberg/Efze | Foto: Kanalfachmann Stegmann
 

 

Von Klaus W. König, Überlingen      

In Homberg/Efze entwickelt die Hessische Landgesellschaft mbH im Auftrag der Stadt das Gewerbegebiet Homberg Süd. Am Standort der ehemaligen Ostpreußenkaserne wurden im zweiten Halbjahr 2014 die Kanäle saniert. Das Büro Unger Ingenieure hat die Ausführung vorbereitet. Den Auftrag erhielt die Firma Kanaltechnik DF ING aus Karlstein. Michael Förster, Geschäftsführer des Auftragnehmers, ist zertifizierter Grundstücksentwässerungsberater und seit 1998 in der Kanalsanierung tätig. Er stellt rückblickend fest: „2.500 Meter Kanäle mit Nennweiten von 150 – 1.400 mm wurden teils in offener und teils in geschlossener Bauweise saniert. Bei der geschlossenen Bauweise wurden die meisten Abschnitte mittels Inliner ausgekleidet.“ Hierzu wird in den alten Kanal ein mit Harz getränkter Schlauch aus Glasfaser eingebracht. Mittels UV-Licht werden die Inliner ausgehärtet. Danach werden die Hausanschlüsse aufgefräst und die Schachtanbindungen mit Linerendmanschetten hergestellt. Erstmalig in Deutschland wurden in Homberg bei begehbaren Rohren DN 800 und DN 900 die zweigeteilten neuen Schlauchlinerendmanschetten Quick-Lock BIG eingebaut.

Linerendmanschette für Inlinersanierungen

Die Quick-Lock BIG Linerendmanschette aus V4A und EPDM bietet für Inlinersanierungen den passenden Abschluss der Kanalsanierungsstrecke. Am Anfang und Ende des Schlauchliners dichtet sie den Ringraum zwischen Liner und Altrohr bzw. Schacht zuverlässig und dauerhaft ab. Auf Quellbänder oder Verspachtelungen kann grundsätzlich verzichtet werden. Damit ist die Montage schnell erledigt und die Manschette ist sofort funktionsbereit. Das ist besonders wichtig, wenn bei niederen Temperaturen im Winterhalbjahr gearbeitet wird oder der zu sanierende Kanalabschnitt nur für kurze Zeit außer Betrieb genommen werden darf. Im Anschluss an diese Maßnahme können bei Bedarf die Oberteile der betroffenen Schächte in offener Bauweise erneuert werden. Auch Hochdruckreinigungen sind in beliebigem Umfang möglich, ohne den Anfang oder das Ende des Inliners zu gefährden.
 

Schema zum Einbau von Quick-Lock BIG-Systemelementen

Schema zum Einbau von Quick-Lock BIG-Systemelementen. In den Durchmessern DN 700 – DN 1200 sind die Edelstahlmanschetten zweiteilig und in den Durchmessern DN 1300 – DN 1800 dreiteilig. | Grafik: Uhrig Kanaltechnik
 

Dreiteilig bis DN 1800 mit Edelstahl-Elastomer
 
Für die Sanierung in begehbaren Rohren wurde das Quick-Lock BIG System als teilbare Edelstahlmanschette entwickelt. In den Durchmessern DN 700 – DN 1200 ist sie zweiteilig und in den Durchmessern DN 1300 – DN 1800 dreiteilig. Als Sonderanfertigung wurde auch schon DN 2000 in vier Teilen geliefert. Die Baulänge der Endmanschetten beträgt immer 365 mm, die Materialstärke 3 mm. Die neue große Schlauchlinerendmanschette für begehbare Kanäle von Uhrig Kanaltechnik besteht – ähnlich wie die bekannte Quick-Lock-Linerendmanschette für kleinere Rohrdurchmesser – aus einer Edelstahl-Hülse mit einer großflächigen Elastomer-Dichtung, die den Versatz zwischen Liner und Rohr ausgleicht. Die Manschette kann sowohl für die Abdichtung des Ringspalts zwischen Liner und Altrohr als auch für die Anbindung von Schlauchlinern an Schächte eingesetzt werden. Voraussetzung für die Anbindung an Schachtbauwerke sind geringe Abwinklungen in der Schachtanschlussmuffe und eine zum Abdichten geeignete Oberfläche der Rohreinbindung.
Die Funktion der geteilten Manschetten des BIG-Systems basiert wie bei Quick-Lock auf dem bewährten Kompressionsprinzip und den Materialien V4A und EPDM. Die teilbare Manschette kann problemlos über die vorhandene Einstiegsöffnung in das Rohrsystem eingebracht werden. An der Schadstelle oder am Linerende wird das System in wenigen Minuten mit dem Quick-Lock BIG Spannwerkzeug aufgeweitet. Zusätzlich zur nachgewiesenen Dichtwirkung schützt die Linerendmanschette das Linerende auch vor Beschädigungen durch Hochdruckspülungen.

Verarbeiter ist begeistert
 
Ein mit Druckluft betriebenes Gerät inklusive Tiefenanschlag hilft zu verhindern, dass außer in das Linerende auch in das Altrohr geschnitten wird. Die Qualität moderner Instandhaltungstechniken und effektiver Sanierungsverfahren wird in Zukunft wohl auch an solchen Verarbeiter-freundlichen Aspekten gemessen werden.
Die Firma Kanalfachmann Stegmann aus Ortenberg ist seit zehn Jahren spezialisiert auf die Montage von Quick-Lock Manschetten und seit 2007 berechtigt, das RAL-Güteschutzzeichen Kanalbau S 16.1 zu führen. Stegmann ist vor allem in Hessen und im Saarland aktiv. Kurze Montagezeiten und zuverlässige Funktion bei Edelstahlmanschetten seien der Grund, dass Quick-Lock immer mehr nachgefragt wird. Unter Berücksichtigung aller Aspekte könne man davon sprechen, dass diese hochwertige Technik nicht teurer sei als alternative Methoden – und Gewährleistungsfälle damit habe es bei ihm in zehn Jahren nicht gegeben.

Kanalfachmann Stegmann setzt erstmalig 32 Stück der zweiteiligen Linerendmanschetten Quick-Lock BIG in begehbaren Kanälen ein.

Homberg/Efze, Gewerbegebiet Süd, Abschnitt ehemalige Ostpreußenkaserne: Kanalfachmann Stegmann setzt erstmalig 32 Stück der zweiteiligen Linerendmanschetten Quick-Lock BIG in begehbaren Kanälen DN 800 und DN 900 ein. | Foto: Kanalfachmann Stegmann
 

In Homberg waren immerhin 120 der klassischen kleinen Manschetten in Rohren DN 200 – DN 500 zu montieren. Sascha Stegmann meint: „Für uns war die Anbindung der eingebrachten Schlauchliner an die Schächte in den Sanierungsabschnitten mit der neuen Linerendmanschette DN 700 – DN 1200 eine Erfahrung, die ebenfalls durchweg positiv ist. Wir konnten in den begehbaren Kanälen dieses Sanierungsgebietes (DN 800 und DN 900) schnell und präzise arbeiten, weil die zweiteiligen Endmanschetten leicht zu transportieren und unkompliziert aufzuweiten sind.“ Hier wurden sie zwölfmal in DN 800 und 20 Mal in DN 900 montiert. Dazu kam die Sanierung von 60 Schächten.
Stegmann schneidet die Inliner grundsätzlich selbst zurück, bevor er die Manschetten montiert. „Dann bin ich sicher, dass es passt. Im Durchschnitt dauert alles zusammen eine Stunde“, sagt er.

Besonderheiten sind geregelt
 
Reparaturen von Abwasserleitungen und Kanälen durch Innenmanschetten werden im neuen Merkblatt DWA-M 143-5, veröffentlicht im Februar 2014, geregelt. Schlauchliner-Systeme unterliegen heute hohen Qualitätsanforderungen, um 50 Jahre Nutzungsdauer zu gewährleisten. Dies gilt auch für die Anbindung an Altrohr und Schacht. Die für Quick-Lock verwendeten Materialien V4A Edelstahl und EPDM-Gummi haben sich seit Jahrzehnten im Rohrleitungsbau bewährt. Die verwendete Edelstahl Materialgüte 1.4404 (316L) ist im kommunalen Abwasser nahezu unbegrenzt haltbar. Für Sonderanwendungen in Industrie, Raffinerie und salzhaltigen Gewässern liefert Uhrig Kanaltechnik die Edelstahlmanschette in Sonderlegierungen und die Gummidichtung in NBR-Qualität. Für Trinkwasseranwendungen gibt es eine Dichtung mit KTW-Zulassung.

Fertig installierte Linerendmanschette

Fertig installierte Linerendmanschette, System Quick-Lock BIG, als Schachtanschluss | Foto: Kanalfachmann Stegmann
 

Zur Statik
Der Nachweis zur Dichtheit des Quick-Lock BIG-Systems gegen Außendruck wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Münster erbracht. Die praktischen Versuche und Festigkeitsnachweise haben gezeigt, dass Quick-Lock BIG bei einem Außendruck von bis zu 0,5 bar bei zweifacher, statischer Sicherheit eingesetzt werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass die Manschetten nicht nur zu einer nachhaltigen Abdichtung des Rohrs, sondern auch zu einer rechnerisch nachweisbaren Wiederherstellung seiner Standsicherheit beitragen. Gerade bei statischen Schäden sind Edelstahlschalen eine hervorragende Sanierungsoption: Das Quick-Lock-System stabilisiert Rohre mit vorhandenen Deformationen und verhindert weitere Schäden.
Eine baurechtliche Zulassung für die neue Linerendmanschette auf Basis des Quick-Lock BIG-Systems soll dieses Jahr beantragt werden. Die Edelstahlmanschetten sind einsetzbar in Kreisprofilen DN 200 bis DN 1800. Wegen ihrer hohen chemischen Beständigkeit eignen sie sich besonders für den Einsatz in industriellen Abwassernetzen.

Schulungen bei Uhrig
Anwender-Schulungen finden im Werk in Geisingen/Donau statt. Hier wird auch der DWA-Praxistag am 16. April und am 24. September 2015 durchgeführt. Neben der Vorstellung des neuen DWA-M 143-5 geht es um Anforderungen, Einbau, Fehlervermeidung, Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgrenzen, im Praxisteil um die Reparatur von begehbaren und nicht begehbaren Rohrsystemen mit Edelstahlmanschetten auf Kompressionsbasis.