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Ravenna:

24-Stunden-Sanierung einer Abwasserdruckleitung

MANNHEIM, 27.5.13 – In nur 24 Stunden hat die Rotech Srl, ein italienisches Tochterunternehmen der Diringer & Scheidel Rohrsanierung GmbH & Co. KG, im Nordosten Italiens einen rund 82 m langen Abschnitt der Abwasserdruckleitung DN 500 saniert. Die Leitung verläuft unter einer 4-spurigen Umgehungsstraße.

 

In nur 24 Stunden konnte ein 82 m langer Abschnitt der Abwasserdruckleitung in der Nennweite DN 500 unter der vierspurigen Umgehungsstraße saniert werden.

Beim BlueLine-Verfahren wird ein
glasfaserverstärkter Nadelfilzliner mit
einem Zweikomponenten-Epoxidharz
imprägniert, in die Druckleitung ein-
gebracht und anschließend durch
Wärmezufuhr zu einem neuen Rohr
ausgehärtet. | Alle Fotos:
Diringer & Scheidel Rohrsanierung

Als um 4 Uhr morgens der Schieber an der Druckleitung geöffnet wurde und das Abwasser wieder von Ravenna in Richtung Kläranlage gepumpt werden konnte, atmeten die beteiligten Baupartner auf. Das Zeitfenster für die Sanierungsmaßnahme, die im Auftrag der Comune di Ravenna ausgeführt wurde, war äußerst knapp und die Abwasserdruckleitung befand sich unter einer viel befahrenen Umgehungsstraße.
Mit dem RS-BlueLiner kam dabei ein Verfahren zum Einsatz, das in der Kombination mit einer leistungsstarken Anlagentechnik zu einem guten Sanierungsergebnis führte. Dazu beigetragen haben auch die Werkstoffeigenschaften des im Verbund gefertigten elastischen Glas-Filz-Schlauches, dessen Bogengängigkeit den Einsatz in Bögen bis 45° möglich macht.
Nachdem bei einer routinemäßig durchgeführten Revision Undichtigkeiten an der Druckrohrleitung im Bereich des Fahrbahn-Damms der Umgehungsstraße festgestellt worden waren, war die Entscheidung zu einer zügigen Sanierung schnell gefallen – zumal die Leitung im Grundwasserbereich verläuft.
Vor allem um den Verkehr auf der vielbefahrenen Straße aufrecht halten zu können, entschied sich der Auftraggeber für das BlueLine-Verfahren, ein grabenloses Sanierungsverfahren, bei dem ein glasfaserverstärkter Nadelfilzliner mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz imprägniert, in die Druckleitung eingebracht und anschließend durch Wärmezufuhr zu einem neuen Rohr ausgehärtet wird. Die moderne Schlauchlinertechnologie wird von der RS Aqua GmbH hergestellt und ist in Nennweitenbereichen von DN 100 bis DN 1000 mm einsetzbar.
Unter wirtschaftlichen Aspekten konnte das Verfahren ebenfalls punkten: Konventionelle Alternativen wie Bohren oder Pressen wären beide deutlich aufwändiger und teurer gewesen, heißt es von Auftraggeberseite. Auch Druckrohr-Liner der Klasse C, die mit dem Altrohr verklebt werden, konnten auf Grund der Zementmörtel-Beschichtung nicht eingesetzt werden.

Gemeinsame Projektentwicklung

Die größten Herausforderungen bei der Sanierungsmaßnahme in der Emiglia Romagna ergaben sich allerdings aus den Rahmenbedingungen, unter denen die Arbeiten ablaufen mussten. Entsprechend des Bauzeitenplans wurden etwa 2 Wochen vor dem Einzug des Schlauchliners zu beiden Seiten des Straßendamms die Baugruben ausgehoben und die Druckleitung freigelegt. Nach der Trennung des Rohrstranges setzten die Arbeiter Passstücke und Absperrschieber ein, mit denen der Durchfluss des Abwassers in dem zu sanierenden Abschnitt unterbunden werden konnte.
Für die eigentliche Sanierung stand nach Vorgabe des Auftraggebers dann lediglich ein Zeitfenster von 24 Stunden zur Verfügung. „Ausschlaggebend hierfür waren in erster Linie technische Gründe beim Betrieb der Kläranlage“, so ein Sprecher des Auftraggebers. Zudem mussten die Arbeiten in einer Trockenwetterphase ausgeführt werden. „Deshalb wurde das Projekt in zwei Phasen unterteilt“, so der Bauherr weiter.
In der ersten Phase entwickelten die Baupartner gemeinsam die Strategie für den Ablauf der Sanierungsarbeiten, angefangen bei der Außerbetriebnahme und dem Leeren der Leitung, über die Trennung des zu sanierenden Teilstücks vom Netz, den Ablauf von Reinigung und TV-Inspektion zur Zustandserfassung, der Kalibrierung zur Nennweitenbestimmung, dem Einbau der Schieber und der Anpassung sowie dem Einbau der beidseitig geflanschten Passstücke bis hin zur Wiederinbetriebnahme der Druckrohrleitung.
Nach der Bemessung und Bestellung des Schlauches – seine Produktion erfolgte innerhalb von nur 2 Wochen – begann mit der Festlegung des Einbautermins und der Zusammenstellung der Baustelleneinrichtung die eigentliche Sanierungsphase. „Ein Sanierungsprojekt ohne jeglichen Zeitpuffer ist immer eine aufregende Sache – aber die Kollegen von Rotech haben alles bis ins Detail geplant und die Baustellentechnik mit ausreichend Sicherheiten ausgestattet“, berichtet Jens Wahr. „Wir haben sogar eine Ersatz-Anlage vorgehalten, da konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen.“ bi

Nach der Trennung des Rohrstranges setzten die Arbeiter Passstücke und Absperrschieber ein. Im Anschluss an das Absaugen des Abwassers und den anschließenden Ausbau der Passsstücke begann der eigentliche Sanierungsvorgang.

 

Eine ausführliche Version dieses Beitrags lesen Sie in der nächsten Ausgabe der bi-UmweltBau.